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Ausbildung

Maximilian Hörberg pflegte seit seinem 4. Lebensjahr und durch alle Tonlagen hindurch eifrig den kirchlichen Gemeindegesang sowie das deutsche Volkslied. Dadurch erlernte er nach der bayerischen Großmutter- auch die hochdeutsche Muttersprache. Er trat seine erste Stelle als Organist bereits im Alter von 9 Jahren an und wurde zeitgleich im örtlichen Handballverein aktiv. Das nötige künstlerische Niveau hatte er erreicht, weil er sich häufig mopste und gerne Comics las, mit denen er für fleißiges Üben belohnt wurde. Während der Gymnasialzeit befasste er sich intensiv mit Latein, Theologie (Ambrosius, Augustinus, Thomas von Aquin, Guardini, Rahner, Ratzinger), (Massen-)Psychologie/ Demagogie sowie Philosophie als auch physischem Kampfsport (schwarzer Handball-Gürtel, daher Gymnasialhandballmannschaftskapitän). Im Alter von 17 Jahren erkundete er mit dem Rucksack Marokko bis hin nach Marrakesch und Agadir. Nach dem Abitur, das er 1983 mit 18 Jahren absolvierte, ließ er sich am Richard-Strauss-Konservatorium München bei Friedemann Winklhofer zum Organisten ausbilden (Staatsexamen mit 22 Jahren). Parallel hierzu wurde er privat durch den sehr erfahrenen ca. 80-jährigen Arthur-Schnabel-Schüler Werner Grewe in Technik, Improvisation und Bach-Interpretation  unterrichtet, was ein ganz besonderer Glücksfall war. Mit 19 Jahren wurde er Organist der Bürgersaalkirche München (Dompfarrei; Fußgängerzone Karlsplatz/ Stachus), ab seinem 23. Lebensjahr auch deren Chordirektor. Er verbrachte seinen Zivildienst in der Chirurgie als Hilfs-OP-Schwester und gründete und leitete die Jungmänner-Abteilung der Marianischen Männerkongregation sowie das Palestrina-Ensemble der Bürgersaalkirche München (meist von Blechbläsern begleitete Gesangssolisten, beispielsweise die bekannte libanesische Sängerin Fadia El-Hage). Den Schwerpunkt legte er dabei auf Komponisten wie Monteverdi, Lasso, Vittoria, Cardoso und Palestrina. Dabei konnte das Ensemble glücklicherweise mit Sängern (zum Teil von August Everding persönlich gefördert) besetzt werden, die aus der Belcanto-Schule des international herausragenden Stimmbildners Felix Rolke [siehe dort: Archiv/Künstler/Rolke] stammten, eines Enkelschülers von Manuel Garcia jun. und Jean de Reszke. Miniaturstimmen mit mangelhafter Vokalisation und Mikrofone waren daher entbehrlich. In der Zeit seiner Tätigkeit an der Bürgersaalkirche wurden als Mitglieder der Kongregation SKH Prinz Franz von Bayern sowie der bayerische Ministerpräsident Max Streibl aufgenommen, welche Feierlichkeiten er musikalisch leitete. Mehrere Reisen führten ihn zu historischen Orgeln im Elsass und in der Sowjetischen Besatzungszone (u.a. Magdeburger Dom, wo ein anhängliches uniformiertes Individuum ohne Nerven - ein Android? - sich auch nicht durch das Üben moderner Musik vertreiben ließ, während andere Elemente seines Kollektivs in der Unterkunft völlig unauffällig die kapitalistische Vorrichtung zum Abtrennen und Zerkleinern von Barthaaren mit Sammelbehälter Marke 007 zerlegten). Unter der musikalischen Leitung von Maximilian Hörberg musizierten u.a. der Domchor von Chartres/Paris, der Chor des Jesuitenkollegs von Paris, der Titusville High School Choir (USA), der Suitland High School Choir (USA), der Chorus Angelorum aus New York City, der Münchner-Kindl-Chor sowie das Philharmonia-Blechbläserquintett. Er wirkte unter Friedrich Kardinal Wetter und Kardinal Lustiger (Paris) sowie unzähligen Bischöfen. Kirchenrektoren waren die Jesuiten-Pater K. B. Sieben und Richard von Aretin.  1987 besuchte Papst Johannes Paul II. anlässlich der Seligsprechung von Pater Rupert Mayer SJ dessen Grab in der Bürgersaalkirche. Während einer längeren Schließung des Münchner Liebfrauendoms zu umfangreichen Umbauzwecken fand das Hochamt des Doms in der Bürgersaalkirche statt. Ein Sonntagsgottesdienst der St. Michaelskirche wurde ebenfalls auf Dauer in die Bürgersaalkirche verlegt und dessen musikalische Gestaltung Maximilian Hörberg übertragen. Schließlich wurde im Gottesdienst auch eine im Gottesdienstanzeiger der Bürgersaalkirche angekündigte "Seherin" aktiv. Nach über 17 Jahren im Kirchendienst wechselte Maximilian Hörberg ins Opernfach, da sich herausgestellt hatte, dass er das nur mühsam zu besetzende schwere Charakterfach singen kann, was eine besondere künstlerische Verantwortung bedeutet: beispielsweise aus Lohengrin den Telramund im Duett mit Ortrud ("Du wilde Seherin...").

LEHRER DEREN LEHRER - Infos DEREN LEHRER
Franz Hörberg (Harmonium) u.a. Josef Ratzinger (bis 1959)
Werner Grewe (1906-1988) (Klavier: Technik + Bach) (Ururenkelschüler von Beethoven)

1. jüd. Schülerin von Franz Liszt (bis 1925)

2. Arthur Schnabel (1925/26)

3. Eugen d'Albert (1926/27)
4. Eduard Erdmann (1927-1931)

zu 2.:) Schnabel Schüler von Teodor Leschetitzky;

zu 3.:) Eugen d'Albert Schüler von Liszt und Ernst Pauer (Schüler von Mozarts Sohn Franz Xaver Wolfgang);

zu 4.:) Erdmann Schüler von Möllersten (Schüler von Leschetitzky) und Conrad Ansorge (Schüler von Liszt und Lehrer von Wilhelm Furtwängler); Liszt und Leschetitzky Schüler von Karl Czerny (dieser Schüler von Beethoven, Clementi, Hummel und Salieri)

Roland Muhr (1948-2015) (Orgel) Karl Richter
Friedemann Winklhofer (Orgel, Cembalo) Custos der Orgel in der Philharmonie München
 
Felix Rolke               (1929-2011) (Belcanto-Stimmbildung) seit 1934: Violine bei Hermann Pohl (Breslau) Joseph Joachim (studierte bei Hellmesberger und Joseph Böhm, dem vielleicht bedeutendsten Violinpädagogen des 19. Jh.)
bis 1945: Altsolist am Dom zu Breslau unter Domkapellmeister Dr. Paul Blaschke
1947: Hella Springer (Göttingen) Otto Iro
bis 1950: Willy Niering (Hamburg, Flensburg) (dort auch Schneemann, Hilde Hartwig) Manuel Garcia (dort zuvor auch Jenny Lind, Mathilde Marchesi, Salvatore Marchesi), Jean de Reszke (dort auch Carmen Melis, Bidú Sayão, Leo Slezak, Richard Bonelli, Heinrich Knote), Francesco d'Andrade
1950-1956: Frederick Husler (Detmold) (dort auch Hans-Peter Lehmann, Erna Berger, Erna Sack, Franz Mazura, Sandor Konya, Franz Klarwein, Franz-Ferdinand Nentwig, Grace Bumbry, Gunnar Graarud, Jarmila Novotna, Cesare Siepi) [in Mailand]
  1956 Mozartwettbewerb (200. Geburtstag Mozarts) 1. Preis: österreichisches Staatsstipendium  
1956-1959: Hans Gartner (Urenkelschüler von Beethoven) (dort auch Robert Merrill, Roberta Peters, Thomas Bernhard, Eleanor Steber; Universität Wien, Mozarteum, Juilliard School NY; Grab: in der Gruft der Familie Mozart, St. Peter, Salzburg) Teodor Leschetitzky (Schüler von Karl Czerny, dieser Schüler von Beethoven)
  1959: 1. Preis des DAAD und Stipendiat des DAAD für ein Belcanto-Studium in Italien (Mailänder Scala, Parma) - Frida Leider: "Sie müssen das später weitergeben!"; Übernahme der stimmbildnerischen Arbeit Hans Gartners mit Sängern der Wiener Staatsoper nach dessen Tod  
1959-1960: Ettore Campogalliani (dort auch Renata Tebaldi, Mirella Freni, Luciano Pavarotti, Aldo Protti, Ivo Vinco) (Vertreter Campogallianis in der Jury beim Gesangswettbewerb von Pesaro)
1959-1961: Fritz Lunzer (Zagreb, Wien; auf Empfehlung von Renata Tebaldi und Marianna Radev; dort auch Paula Bukovac, Zinka Milanov, Cruno Cigoj, Marianna Radev, Gösta Winbergh)
Günter Bialas, Bernhard Paumgartner, Sir Georg Solti, Robert Kuppelwieser, Eberhard Preußner, Igor Markevich, Dr. Egon Kornauth, Günther Weißenborn
Auftritte bei den Salzburger Festspielen unter Herbert von Karajan (1960 in Don Carlo [siehe dort: Archiv/Künstler/Rolke]); Zusammenarbeit mit Paula Salomon-Lindberg, Boris Christoff, Karl Richter, Paul Hindemith, Kurt Thomas, Prof. Georg Ebert (Ebert-Trio Wien); frühe Tätigkeit als Stimmbildner mit Erfolgen seit den 60er Jahren (1. und 2. Preise Belvedere-Wettbewerb, Wettbewerb von Genf); Konzerttätigkeit im Strub-Quartett und in Sinfonieorchestern (Viola)
  Schüler: u.a. Sian Goldthorpe (Elsa, Aida, Amelia), L. Francis (Königin der Nacht), Y. Huber (Koloratursopran), Freni, Bernhard Metz (Sarastro), F. Garlik (Wagner-Buffo, C-Tenor), C. Landini, Fadia El-Hage (Carmen) (Beirut) (1984-1992; von der internationalen Presse als eine der schönsten Stimmen der arabischen Welt bezeichnet), Brigitte Prausnitz, Rainer Nentwig, Karel Caslavieski [siehe dort: Archiv/Künstler/ Caslavieski] (Wiener Staatsoper), Bernfried Nowitzki, Michael Stumpf = Elliscasis (Bayerische Staatsoper) (Postillion von Lonjumeau), A. Frank, Manuela Weikl (Ortrud), M. Zrenner (Bayerische Staatsoper), Claudia Besson (Hahn), T. Hawle (Norma), Markus Heissig (Gärtnerplatztheater München) (Tenor-Buffo), Marianne Brendel, Christiane Angstmann, L. Tjalve (Kopenhagen), R. Heim (Schweiz), S. Rössert, Silvia Beamish (London), Howard Dyson, M. Schlegel, K. Hesse, Kunigunde Huber, Udo Wildenblanck, Marko Woytowicz (Lohengrin), Dr. Paul Anagnostis, Mike Westen, Karl-Heinz Kregelius, Margarethe Ast, Christiane von Kutzschenbach, Manuela Tischler, Silvia Steinmeier (Ortrud), Dominik Schott, R. Wild (Koloratursopran)
Erwin Born (1914-2011) (Korrepetition) Klavier:
  1926-1934 Hedwig Schmidt (Darmstadt) Willy Hutter - Ferruccio Busoni
  1934-1937 Wolfgang Ruoff (München, HfM)  
  Violine: 1927-1929 Gräfin von Schwerin, Heinrich Gässmann (Bielefeld)  
  Klarinette: 1927-1930 Fritz Hegnau (Landestheater Darmstadt)  
  Theorie/Komposition:  
  1926-1934 Friedrich Noack (Darmstadt)  
  1934-1937 Joseph Haas (München, HfM)  
  Dirigieren:  
bis 1934 Paul Ottenheimer (Darmstadt)
  1934-1937, 1942 Heinrich Knappe (München, HfM)  
  1935-1937, 1942 Carl Ehrenberg (München, HfM)  
  1954 Igor Markevich (Sommerakademie Salzburg), Sixtus Ehrling  
  Kapellmeister (Solorepetitor):  
  1943-1945 Reichsgautheater Posen (Warthegau/Westpreußen), unter Staatskapellmeister Karl Köhler  
1945-1948 Landestheater Darmstadt unter GMD Carl Matthieu Lange
1948-1949 Landestheater Darmstadt unter GMD Richard Kotz
1949-1950 Städt. Theater Göttingen unter GMD/Intendant Fritz Lehmann
1950-1952 Städt. Theater Göttingen unter Heinz Hilpert
  1952-1963 Staatstheater Kassel unter GMD Paul Schmitz  
1963-1966 Staatstheater Kassel unter GMD Christoph von Dohnanyi
  1966-1970 Staatstheater Kassel unter GMD Gerd Albrecht  
1970-1978 in Japan als Chefdirigent:
- University of Fine Arts and Music Tokyo
- Metropolitan Orchestra Tokyo
- Tokyo-Symphoniker
- Symphonie-Orchester Gumma (Takasaki)
- Symphonie-Orchester Sapporo
- Symphonie-Orchester Kanagawa (Yokohama)
- Waseda University "Neues Tokyo-Kammerorchester"
1978-1984 Lehrbeauftragter München, HfM
  1983-1999 "Münchner Singschul'" unter August Everding  
  1983-2011 Internationales Opernstudio Felix Rolke  
Nelson vom Zieglerhof  (Meisterklasse  Pantomime) Huckleberry vom Zieglerhof Poldi vom Alten Jagen
Doris Heinrichsen (dramatischer Unterricht)
Małgorzata Alina Sitarska-Hörberg (Russisch, Polnisch)

www.maxhoerberg.de